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Erfahrungen und FragenAktualisiert: 13.06.2011 23:06 Zur zeit keine neuen Beiträge, ...
Futter gut und guenstigAktualisiert: 02.06.2011 16:46 Futter gut? und günstig
Sicherlich stand schon jeder Hundebesitzer vor der Frage, welches Futter ist am besten für meinen Hund? Der eine schwört auf Trockenfutter, ein anderer zieht Dosenfutter vor und der Dritte im Bunde kennt nur Frischfleisch und stellt das Futter in der eigenen Küche her (barfen).
Ich glaube, dass viele Wege nach Rom führen und letztendliche kommt es bei den Fertigprodukten auf den Inhalt an. Als kleine Hilfestellung habe ich mal den Versuch gestartet, etwas Licht in den Dschungel der Inhaltsstoffe zu bringen und ein wenig im Internet gesurft:
Nebenerzeugnisse
sind alle Produkte, die nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind. Sie enthalten keine Nährstoffe, die nicht auch von anderen Komponenten geliefert werden können.
Tierische Nebenerzeugnisse
sind Produkte aus der Verarbeitung von Tierkörpern oder Teile von Tierkörpern warmblütiger Landtiere, also Schlachtabfälle, die nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind. Diese Nebenprodukte werden in drei Kategorien unterteilt und dürfen zu Tierfutter verarbeitet werden. Um Beispiele zu nennen, kann man folgende Sachen aufzählen, als da wären, Häute, Hufe, Blut Federn, Mägen, Därme, Lunge, Grieben, Sehnen, Knochen und Tiermehl, wobei Letzteres als Versteck für Schlimmeres dienen kann. Also Vorsicht bei Futter, bei dem enthaltene Nebenerzeugnisse nicht eindeutig offen deklariert werden<<< sind als minderwertig einzustufen.
Hierzu ein Beispiel: von Pedigree „saftiges Geschnetzeltes mit Rind, Gemüse und Nudeln
Zusammensetzung: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (u.a. mind. 4% Rind, mind.4% frisches Fleisch). Aus welchem Fleisch bestehen die restlichen 92%.
Pflanzliche Nebenerzeugnisse
Hierzu sind ausschließlich minderwertige Materialien zu finden, wie z.B. Melasse, Erdnussschalen und Rübenschnitzel.
(Melasse ist ein honigartiger dunkelbrauner Zuckersirup, der als Nebenprodukt in der Zuckerproduktion anfällt. Rübenschnitzel sind klein geschnittene Rüben, die als Futtermittel verwendet werden. Sie sind zudem ein Nebenprodukt der Zuckerherstellung.)
Fazit: Nebenerzeugnisse sind meist in Futtersorten von Herstellern zu finden, die einem großen Lebensmittelkonzern angehören und Tierfutterherstellung als Abfallverwertung betreiben, also immer einen Blick hinter den Markennamen werfen.
Hier weitere Erläuterungen zu den Inhaltsstoffen:
Rohprotein
Ist die Summe aller Bestandteile des Futters, die Stickstoff enthalten, hauptsächlich Eiweiß, aber z.B. auch Vitamine.
Tierische Proteine (Fleisch) sind für den Hund viel einfacher zu verdauen als die Proteine pflanzlicher Herkunft.
Rohfett
Der Rohfettgehalt ist der Teil des Futtermittels, der sich in Fettlösungsmitteln löst. Das sind alle Fette, von Pflanzenoel bis Wachs.
Rohfaser
Unter Rohfasern ist derjenige Anteil eines Futtermittels zu verstehen, der nach Behandlung mit verdünnten Säuren und Laugen als „unverdaulicher Bestandteil“ zurückbleibt, also Ballaststoffe.
Rohasche
Zur Ermittlung des Rohaschegehaltes wird die Probe in einem Muffelofen über längere Zeit auf 550 Grad erhitzt. Dadurch werden alle organischen Bestandteile verbrannt und es bleibt die Rohasche übrig. Das ist abhängig von der Probe u.a. Mineralstoffe und Sand. Der optimale Rohascheanteil liegt bei 4% bis 7%. Zusammenfassend kann man sagen, dass der Wert der Gesamtmasse des Futtermittels abzüglich der Rohasche die organische Masse ist. Diese organische Masse setzt sich aus Rohprotein, Rohfaser, Rohfett und NfE zusammen.
NfE sind stickstofffreie Extraktstoffe, deren Gehalt durch Berechnung bestimmt wird. Von der organischen Masse werden Rohfett, Rohprotein und Rohfaser abgezogen, der Rest in NfE. Dies sind also lösliche Zucker, Stärke, Pektine und organische Säuren.
K3 Materialien (Handelskategorie 3) dürfen zur Herstellung von Tiernahrung von einem zugelassenen Heimtierfutterbetrieb verwendet werden.
Aber was sind K3 Materialien? Ich bin im Internet fündig geworden und hier kommt die Auflistung:
• Küchen- und Speiseabfälle, soweit nicht aus grenzüberschreitendem Verkehr
• Fische oder andere Meerestiere, sowie Fischabfälle (ausgenommen Meeressäugetiere)
• Ehemalige tierische Lebensmittel, die aus anderen nicht gesundheitsschädlichen Folgen, z.B. Verpackungsmängeln, für den menschlichen Verzehr nicht mehr bestimmt sind
• Schlachtkörperteile, die genusstauglich sind, die jedoch keine Anzeichen einer übertragbaren Krankheit zeigen und die von Tieren stammen, die genusstauglich sind.
• Rohmilch
• Schalen, Brütereinebenprodukte und Knickeiernebenprodukte von klinisch unauffälligen Tieren
• Haare, Pelze, Hörner usw. von klinisch unauffälligen Tieren
• Tierische Abfälle aus der Lebensmittelindustrie
• Häute, Hufe, Hörner, Schweineborsten und Federn von Tieren die nach einer Schlachttieruntersuchung in einem Schlachthof geschlachtet wurden
• Überlagertes Fleisch
• Minderwertiges Fleisch
• Fleisch von Tieren unter erheblicher Stressbelastung
• Blut von Tieren (nicht von Wiederkäuern), die nach einer Untersuchung in einem Schlachthof geschlachtet wurden.
• Tierische Schlachtkörperteile und Nebenprodukte, die bei der Herstellung für den menschlichen Verzehr bestimmte entfettete Knochen und Grieben
Guten Appetit!!!!!!!!!
Da jeder Hund nicht nur von der Rasse, sondern auch von den Haltungsbedingungen (Auslauf, Bewegung etc.) und vom Stoffwechsel unterschiedlich ist, kann man kein bestimmtes Futter empfehlen, ob trocken oder nass, aber Augen auf beim Kauf. Auf die Inhaltsstoffe kommt es an und man sollte vielleicht folgendes bedenken:
Jungtiere haben während ihrer Wachstumsphase einen hohen Bedarf an Proteinen (Fleisch mind. 80% und Gemüse nass 20%)
Erwachsene Tiere brauchen einen Fleischanteil zwischen 60% und 70%, der Gemüseanteil liegt bei 30% bis 40%
Bei älteren Tieren lässt der Proteinbedarf nach, daher ausgewogen Fleisch/Gemüse 50%/50%
Der Feuchtigkeitsanteil ist vorweg abzuziehen (gerade bei Trockenfutter).
Trockenfutter entspricht der vierfachen Menge Frischfutter,
z.B.: Trockenfutter 100 g >>>400 g Frischfutter
Über die Futterzusammensetzung, wenn sie korrekt gelesen wird, lassen sich evtl. Spätfolgen beim Hund vermeiden. Günstig ist dementsprechend noch lange nicht gut. Viele Beschwerden des Hundes sind auf minderwertiges Futter zurückzuführen. Allergien aller Art, stumpfes Fell, Darmerkrankungen usw. – die Liste könnte unendlich fortgesetzt werden. Viele verlassen sich auf Urteile von Stiftung Warentest. Dort wird aber vorrangig das Preis-Leistungs-Verhältnis begutachtet, nicht die eigentliche Qualität des Futters. Dem Händler interessiert nur der Gewinn nicht die Gesamtheit eurer Tiere.
Hochwertiges Futter ist natürlich teurer als Billigprodukte, aber bei entstehenden Krankheiten durch Billigfutter und dem Hochrechnen der Tierarztkosten entsteht ganz schnell einen andere Aufrechnung .Nur: Große bekannte Namen machen nicht ein gutes Futter aus (siehe Pedigree, Royal Canin etc.). Interessant ist immer Zusammensetzung. Und selbst, wenn euer Hund durch evtl. Billigprodukte keine vorzeitigen Krankheitssymptome zeigt, es kann die Lebenserwartung durch diverse Schädigungen erheblich verkürzen!
Also: Ordentliche, firmenfreie Beratung oder bewusstes Lesen der Zusammensetzung tut Not.
Quellen: www.wikipedia.de, www.hund-futter.de, www.welches-hundefutter.de, www.pedigree.de
Autor Delecharly Erstellt 23.01.2011
AntwortenAktualisiert: 02.06.2011 16:48 Hallo Delecharly
Ein sehr guter und aufschlussreicher Beitrag.
Zusammenfassend kann wohl gesagt werden, dass Barfen die wohl gesundeste Ernährung für den Hund ist. Doch das ist wohl mit deutlichem Mehraufwand verbunden. Auf dem Vorwege muß das so hergestellte Futter Deinem speziellen Hund angepasst werden, damit er auch ausgewogen ernährt wird (x % Frischfleisch, x % Gemüse, Kräuter etc. - alles auf Größe, Gewicht, Alter und evtl. Krankheiten des Hundes bezogen) Zuhause, das Futter vorbereiten, abkochen, Gemüse zusammenstellen, putzen usw. - das alles neben der Berufstätigkeit. Schwierig aber evtl. machbar. Aber was ist im Urlaub? Jeden Tag alles erneut frisch zubereiten? Wo bleiben da die gemeinsamen Urlaubserlebnisse? Bleibt also vorzuarbeiten - heißt: für die Urlaubszeit das komplette Futter vorbereiten und einfrieren (doch auch dafür muß ich mir zuhause neben der Urlaubsvorbereitung und Berufstätigkeit die nötige Zeit freischaufeln). Wenn man nun, nach langem Suchen, endlich eine hundefreundliche Pension, Ferienhaus/-wohnung gefunden hat, bleibt die Hoffnung, dass das mühevoll vorbereitete Futter noch nicht an- bzw. aufgetaut ist und das Feriendomizil über einen Gefrierschrank verfügt, den ich auch für mein Hundefutter nutzen kann.
Also: wesentlich einfacher ist es natürlich mit Trocken- oder Naßfutter zu arbeiten. Nur welche Sorten sind so gut, dass ich sie meinem Hund füttern kann ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Das es, auf den einzelnen Hund bezogene Unterschiede gibt ist klar. (Ich denke an gewisse allergische Reaktionen). Aber eine kurze Übersicht oder Auflistung von Naß- und Trockenfuttersorten wäre sehr hilfreich. Vielleicht nicht unbedingt die ganze Bandbreite aber angebracht wären Trockenfuttersorten mit und ohne Getreideanteile und div. gute Naßfuttersorten, vielleicht in verschiedenen Zusammensetzungen.
Vielen Dank für Deine Unterstützung
Viele liebe Grüße
Charlyschalke
Autor Charlychalke Erstellt 23.01.2011
Hallo Charlyschalke,
hier kommen die gewünschten Beispiele:
Einige Beispiele für Trocken und Nassfutter
1) Trockenfutter
a) mit Getreide: z.B. von UniQ (Fleischanteil mind. 30 % Fleisch in der Trockenmasse, Rohprotein 21 %)
b) ohne Getreide (aber mit Reis): z.B. von Wolfsblut (mehr als 50 % Fleisch in der Trockenmasse)
verschiedene Sorten, wie Alaska Salom mit Seefisch und Kartoffeln Rohprotein 25 %
Range Lamb mit Lammfleisch und Natureis, Rohprotein 26 %
oder für kleinere Hunde von Bestes Futter „Royal Rings“ mit Hühnchen, Lachs, Wildbret, Reis und Kartoffeln, Rohprotein 27 %
c) ohne Getreide: z.B. von Wolfsblut
verschiedene Sorten, wie Wild Duck mit Ente und Kartoffeln, Rohprotein 21 %
Dark Forest mit frisches Wild und Süßkartoffel, Rohprotein 21 %
Cold River mit Fisch und Süßkartoffeln, Rohprotein 18 %
Wild Pacific mit sechs Sorten Fisch, Rohprotein 28 %
Green Valley mit Lammfleisch, frischem Lachs und Süßkartoffeln, Rohprotein 30 %
Blue Mountain mit Wildfleisch, Rohprotein 30 %
d) Kein Getreide, kein Mais, kein Reis, keine Kartoffeln: z.B. Bestes Futter „Fenrier“, 70 bis 80 % Fleischanteil, pflanzlicher Ballaststoffe Banane, Rübenmuss, Karotte und Apfel, Rohprotein 22 %
2) Nassfutter
a) LandFleisch Pur ohne künstliche Geschmacks- und Farbverstärker, keine Konservierungsstoffe, keine Sojaprodukte >>>Eine Stellungnahme des Herstellers über die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe kann bei mir angefordert werden.
b) Kiening: reines Naturprodukt
aus frischer Schlachtung
ohne tierische und pflanzliche Nebenerzeugnisse
ohne Farbstoffe
ohne Konservierungsmittel
ohne Zusatz von Tierkörpermehl
c) Hermanns: gibt es in Fleisch- und Menüdosen, ohne Konservierungsstoffe, ohne chemische Zusätze.
Dies sind nur ein paar Beispiele, die Palette an gutem Hundefutter ist sicherlich noch viel Größer.
Zum Schluss noch eine kleine Anmerkung: Alle hier aufgezählten Produkte sind ohne Vitamin K3
Vitamin K3 (Menadion) ist ein Zusatzstoff der in vielen Futtermitteln für Heim- und Nutztiere verwendet wird. Es ist ein künstlich hergestelltes Vitamin, das im Körper erst zum Vitamin K umgewandelt werden muss. Der Körper braucht Vitamin K zur Blutgerinnung.
In der Lebensmittelindustrie ist Vitamin K3 nicht zugelassen und damit verboten. Es darf nicht in den Ernährungskreis des Menschen. Hier ist nur Vitamin K1 als Zusatzstoff erlaubt. Im Fütterungsbereich ist Menadion neben K1 erlaubt und bei vielen Futtermittelherstellern das Mittel der Wahl. Häufig wird als Grund die billigere Herstellungsweise genannt. Von Menadion sind zahlreiche Schadwirkungen bekannt. Die Wirkungsweise vom Vitamin K3 tritt bei allen Wirbeltieren in gleicher oder zu mindestens ähnlicher Weise in Erscheinung. Dementsprechend gehören auch Hunde zur Gruppe der potentiellen Geschädigten durch Vitamin K3.
Die Giftwirkung von Menadion beruht vorwiegend auf eine Zellschädigung in vielerlei Hinsicht. Betroffen können alle Zellen des Hundes sein, vorwiegend sind es Blut- und Leberzellen. Zugleich wird das Immunsystem durch Vitamin K3 erheblich geschwächt.
Fazit: Wenn es für Menschen nicht geeignet ist, dann sollte es bei Tieren ebenfalls nicht eingesetzt werden, denn dann kann es auch für Tiere nur schädlich sein.
Autor Delecharly Erstellt 31.01.2011
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